Miteinanderspiritualität

Spiritualität

Das Zeitalter des Miteinanders

Wir – und das meint die Menschheit als Ganzes und gleichzeitig auch das Individuum – können uns nur weiterentwickeln, wenn wir uns nun nach der Phase der hauptsächlichen Konzentration auf unsere persönliche Entwicklung, der Übung von Meditation, Achtsamkeit, dem Yoga und vielen Formen der individuellen Entfaltung auf das Miteinander besinnen.

Spiritualität ist so nicht mehr nur das stille für mich Meditieren, das Ausüben einer Praxis für mich alleine, das Suchen, nach etwas, was alleine außerhalb oder innerhalb von mir existiert. Spiritualität bedeutet unser elementares Bezogensein wahrzunehmen und zu gestalten. Dieses Miteinander ist kein Verschmelzen oder ewige Harmonie. Es enthält Verbundenheit u n d Getrenntheit, Nähe u n d Distanz

»Spiritualität ist die elementarste aller menschlichen Urquellen in uns.«
Dalai Lama

Unser elementares Bezogen Sein

Es gibt keinen Augenblick, ohne dass wir nicht mit irgendetwas in Beziehung stehen. In jedem Moment entsteht aus unserem immerwährenden Bezogensein etwas Neues. Jeder Augenblick unseres Lebens ist ein schöpferischer Moment, weil wir nie alleine sind. Auch Distanz und Isolation sind Manifestationen unseres Bezogenseins.

Durch unser Bewusstsein und unsere Absicht können wir diesem Schöpfungsprozess eine Orientierung geben. Formen wie das Zusammenkommen im Kreis, achtsame Berührung und Kommunikation helfen uns die nährenden Qualitäten zu entfalten, die unser Menschsein ausmachen.

Gemeinschaft
 » Es ist möglich, dass der nächste
Buddha, also Maitreya, keine
individuelle Form annimmt.
Vielleicht hat er die Form einer
Sangha, einer Gemeinschaft, die
Verstehen und liebevolle Zuwendung übt, einer Sangha, welche die Kunst des Achtsamen Lebens praktiziert.«
Thich Nhat Hanh,
buddhistischer Mönch und Schriftsteller

Sichtbar Sein

Sichtbar Sein ist ein wesentliches Element in unserem Bezogensein. In Begegnungen, in denen wir mit unserem Wesen und Gefühlen - auch unserer Schüchternheit und Angst - verborgen bleiben, sind wir nicht präsent, nicht wirklich da.

Erst wenn wir uns mutig mit dem zeigen, was gerade in uns präsent ist können uns die Anderen sehen, kann uns das Leben wirklich berühren, kann unser Miteinander nährend und weise werden.
Individualität
”Wir erlangen erst in Beziehung zu
anderen unsere individuelle
Einzigartigkeit.”
Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph
»Unser Leben hat sowohl eine
universelle als auch eine persönliche Dimension. Beide müssen respektiert werden,
wenn wir frei und glücklich sein
wollen.«
Jack Kornfield, Meditationslehrer
Schöpferisches Bezogensein
Manchmal, wenn wir ganz da und ganz mitfühlend sind, verwandelt sich eine Begegnung. Wir spüren eine Verbundenheit und Tiefe, ein aufgehoben sein, eine Wärme und Geborgenheit, die Anwesenheit von etwas Höherem, das uns durchdringt.
Das Beziehungswesen, die Gruppenseele, das Dritte – es gibt viele Namen dafür – hat sich entfaltet und berührt uns für einen Augenblick.
Verkörperte Spiritualität
Diese vielleicht auch spirituelle Erfahrung von etwas Größerem, geschieht aus der achtsamen Wahrnehmung und Erforschung dessen, was jetzt gerade da ist. Unsere Körper und Gedanken, wir selbst, lehren uns diese Dinge.
Schöpfung
So wie eine Melodie entsteht, wenn
mehrere Töne zusammenkommen,
so kann sich in achtsamer
Begegnung und Berührung eine neue Qualität unseres Menschseins entfalten.
Sinnlichkeit
»Ohne die umfassende Inanspruchnahme der Sinne entsteht kein Sinn.«
Christian Felber, Entwickler der Gemeinwohlökonomie

Der Kreis als Symbol

Der Kreis, im dem wir uns  auch ganz real begegnen, ist ein gutes Bild für das Spirituelle unseres Miteinanders. Die Kreismitte ist das Symbol für das Ganze, Höhere und die Gemeinschaft. Es entsteht aus unseren Begegnungen und Beziehungen, die wir miteinander haben und ist doch viel mehr. Umgekehrt wirkt die Kreismitte, das Ganze, auf alle im Kreis zurück.