Formen & Praxis

Praxis  der Miteinanderkultur
 
Die Praxis der Miteinanderkultur schöpft aus vielen Quellen. Du machst sie alleine, mit einem Partner und in der Klein- oder Großgruppe. Im Folgenden findest du einige Beispiele. Vieles davon kannst du auch zu Hause machen (siehe Link).
Das Miteinander Wochenende
 
 
Viele Begegnungen,  achtsame Berührungen, eine Kommunikation, die verbindet und die tief in uns verwurzelte Form des Zusammenseins im Kreis sind Teil einer Miteinanderkultur, die Du an diesem Wochenende kennenlernst.
Achtsames mitfühlendes Wahrnehmen
Hier geht es um Elemente aus Meditation und Achtsamkeit, die viele Menschen bereits für sich alleine ausüben. Sie gehören aber auch in die Praxis unseres Miteinanders. Es sind Basiselemente. Sie helfen uns wirklich da zu sein in der Begegnung und mit dem Herzen zu sehen. Dadurch verwandelt sich die Begegnung und wird nährend.
“Die reine Beobachtung ist die
Energie, die das, was ist, verwandelt.”
Krishnamurti, indischer Philosoph

Nährende Hände
Hier fließen Achtsamkeit und Mitgefühl in eine sanfte Berührung ein. Wir nehmen uns Zeit einen Zustand der inneren Stille in uns herzustellen. Wir gehen bewusst und achtsam in Kontakt und berühren in Aktiv-Passiv-Rollen aus einer meditativen Haltung heraus den Anderen mit unseren Händen. So entstehen für beide Raum und Zeit, um die Begegnung ganz wahrzunehmen und im Kontakt ganz da zu sein.

“Erst wenn du ganz still bist, kannst du den anderen wirklich wahrnehmen.”
Guru Dev

 

Partnermeditation
Wir gehen in Kontakt mit uns selbst, spüren unsere Hand, die wir auf unseren Bauch oder die Brust legen und  zentrieren uns. Dann öffnen wir die Augen und begegnen bewusst dem Blick des anderen. Wir halten den Augenkontakt für eine Weile und versuchen alles, was dabei in uns vorgeht, geschehen zu lassen.
 
Es können berührende Gefühle von Verbundenheit und Nähe entstehen, aber auch Scham und Irritation. Manchmal, nehmen wir wahr, dass das, was wir gerade  erfahren unabhängig vom Partner wird. Zuweilen meinen wir, durch die Augen unseres Partners hindurch auf etwas Größeres, Liebvolles zu schauen.
„Der Mensch ist das beste Heilmittel des Menschen.“
Paracelsus
Bewegen und Berühren
Die Musik lädt zum Bewegen und oder Tanzen ein. Wir begegnen einem anderen Menschen, berühren uns an der Fingerspitze oder am Rücken und bewegen uns gemeinsam mit ihm zur Musik. Dann endet die Begegnung wieder und wir folgen unseren Bewegungsimpulsen, bis wir einen anderen Partner finden. Hier entstehen viele Möglichkeiten Bewegung und Berührung kreativ, spielerisch und im eigenen Maß zu erleben.

Bewegen, Fließen und Berühren
Die Musik lädt ein zu ruhigen sanften Bewegungen. Wir bewegen uns auf die Mitte zu. Wir begegnen und berühren uns, manchmal verweilen wir  einen Moment bei einem Kontakt, manchmal ist die Berührung nur streifend und auch kontaktlose Momente sind da. Wir fließen in unserer Bewegung  und die Gruppe fließt ineinander. Alles geschieht intuitiv und achtsam. Auch Abstand ist richtig. Manchmal experimentieren wir  mit dem Abstand. Wie weit können wir uns entfernen und die Gruppe noch spüren?
 
Je dichter die Gruppe steht, desto mehr Berührung entsteht mit mehreren Menschen gleichzeitig. Es entwickelt sich ein starker Kontakt zur Gruppe als Ganzes. Schließen wir die Augen entsteht vielleicht ein Berührungsfluss, wo die Individualität der einzelnen Menschen verschwimmt und wir in einen Raum eintauchen, in dem wir uns ganz verbunden und geborgen fühlen.
Homecircle, Redekreis & Präsente Kommunikation
Der Kreis ist ein wichtiges Element der Miteinanderkultur, sei es als Hand- und Wiegekreis in der großen Gruppe oder als Redekreis in den Homecircle.
Die Homecircle sind feste Kleingruppen, in denen wir uns immer wieder begegnen. Wir stärken so unsere Verbindung und Zugehörigkeit zu einer überschaubaren Zahl an Menschen. Die Homecircle sollen ein zu Hause bilden während wir gleichzeitig in die gesamte große Gruppe eingebettet sind.
In den Homecircle findet auch der Redekreis statt, eine kraftvolle und schöne Form der Begegnung.  Dabei geht es darum, das, was gerade in uns  präsent ist, wahrzunehmen und – ganz wichtig! -  gegebenenfalls auch (mit)zuteilen. Nur wenn wir sichtbar werden, kann unser Miteinander transparent, mitfühlend und schöpferisch werden.
Wenn es zu viel wird ... Raum für Distanz
In jedem Kontakt liegt das Potential berührender wohltuender Erlebnisse, aber jeder erfährt Begegnung und Berührung anders. Manches ist für den einen leicht für den anderen aber eine Herausforderung, die den ganzen Mut benötigt.
 
Entstehen Gefühle von Unbehagen und Überforderung so nimm sie wahr. Sie sind ein wichtiger Teil des Miteinanders. Entscheide ob du ihnen mutig entgegentreten solltest oder ob es besser ist genauso mutig vorübergehend aus einer Übung auszusteigen. Aussteigen, auch aus einer Partnerübung, ist immer möglich. Wenn keine verbale Kommunikation möglich ist, weil du vielleicht gerade in einer meditativen, stillen Begegnung bist, so gibst du ein Handzeichen und wir sorgen für dich und deinen Partner.